Ulrike Draesner
Prosa, Gedicht, Essay, Bild. Übersetzungen aus dem Englischen. Geboren 1962 in München, 1981 Abitur, Aufnahme in einen Männerverein. Studium, Auslandsaufenthalte, Promotion. Viel Klang, Umzug nach Berlin. Freie Schriftstellerin = Auftreterin, Schreibtischzeit. Preise, Stipendien, Ideen. Lässt das Reisen nicht sein. Bücher (alle bei Luchterhand) u.a.: Mitgift (Roman, 2002), Hot Dogs (Erzählungen 2004), kugelblitz (Gedichte 2005), Spiele (Roman, 2005), Schöne Frauen lesen (Essays 2007).
Pierre Garnier
geb. 1928 in Amiens. Studium u.a. der Germanistik in Paris und Mainz. Lebt und arbeitet als Schriftsteller, Übersetzer und Künstler in Amiens und Paris. Beiträge zur visuellen, akustischen und konkreten Poesie; Begründer des Spatialismus, Herausgeber der Zeitschrift "Les Lettres", die alle wichtigen Teilnehmer der literarischen und künstlerischen Avantgarde in den 60er und 70er Jahren versammelte (Gomringer, Jochen Gerz, Timm Ulrichs, Huelsenbeck etc.). Über 100 Buchpublikationen im Bereich der konkreten und visuellen Poesie, Lyrik, Übersetzungen und Essays zu Nietzsche, Gottfried Benn u.a.
Hartmut Geerken
Geerken ist als Organisator, Koordinator und vielfältiger Künstler aktiv. Als Perkussionist arbeitet er mit diversen Free Jazz-Musikern (z.B. Sun Ra, John Tchicai, Sainkho Namtchylak) zusammen. Als Dichter ist er Vorreiter der Konkreten Poesie und organisiert Performances, so das jährliche "Colloquium Neue Poesie" in Bielefeld. Als Darsteller und Komponist war er in sechs Filmen von Herbert Achternbusch aktiv und trat als Schauspieler in zwei Theaterstücken Achternbuschs an den Münchner Kammerspielen auf. 1991/92 hatte er an der Folkwang Hochschule Essen den Lehrstuhl für Poetik (Interaktives Hörspiel) inne. Geerken hat sich außerdem um das Andenken des deutschen Literaten Anselm Ruest verdient gemacht. Als er auf den Spuren des Nachlasses von Victor Hadwiger ein nicht mehr bewohntes Haus in Südfrankreich untersuchte, fand er dort stattdessen Teile des Nachlasses von Anselm Ruest, der 1943 gestorben war. Ruest war, anfangs zusammen mit Mynona, Herausgeber der stirnerianischen Zeitschrift Der Einzige, die von 19191925 in kleiner Auflage erschien. Dank des Nachlassfundes wurde es möglich, einen kompletten Satz der Zeitschrift zusammenzustellen und 1980 als Reprint herauszugeben.
Freddy Flores Knistoff
Maler & Poet. Geboren 1948 in Vina del Mar (Chile). Kunststudium in Valparaiso und Amsterdam. Studium der Philosophie, Wissenschaft und Literatur in Valparaiso und Santiago (Chile). Seit den 90er Jahren Ausstellungen zur kollektiven automatischen Malerei, Lateinamerika und dem Surrealismus, "New Cobra Art from Latin America". Seit den 70er und 80er Jahren konkrete Gedichte und Lyrik.
Michael Lentz
1964 in Düren geboren. Autor, Musiker (Sprecher, Saxophonist) und Interpret von experimentellen Texten und Lautgedichten. Seit 1989 im Ensemble des Komponisten Josef Anton. Ingeborg-Bachmann-Preis 2001 und Hans-Erich-Nossack-Förderpreis 2002. Lentz ist Präsident der Freien Akademie der Künste zu Leipzig. Er lebt in Berlin. Zahlreiche Veröffentlichungen in Anthologien, Zeitschriften, Katalogen, im Internet, auf CD sowie im Rundfunk und Fernsehen, Hrsg. der Reihe Klangzeichen in der edition selene (Wien.). Zuletzt erschienene Bücher: Il était une fois ... Es war einmal, Wien 2001; ENDE GUT. Sprechakte. (Buch mit CD). Wien 2001; Muttersterben. Prosa, Frankfurt a.M. 2002; Aller Ding. Gedichte, Frankfurt a.M. 2003; Liebeserklärung, Roman Frankfurt a.M. 2003; Hrsg. zusammen mit C. Buchwald: Jahrbuch der Lyrik 2005, München 2004
Max Müller
(Pseudonym, eigentlich Thomas Müller), 1963 in Wolfsburg) ist der Bandleader von Mutter. Mit Blick auf das VW-Werk wuchs Max Müller in dem kleinen Ort Reislingen auf und gründete 1980 die Punk-Band Honkas, mit denen Müller eine EP veröffentlichte. Nach seinem Umzug nach Berlin 1981war er für eine kurze Zeit an der Tödlichen Doris, dem Projekt seines Bruders Wolfgang beteiligt. Er war zur Gründung de BerlinerBand Die Ärzte 1981 als viertes Mitglied (Sänger) vorgesehen, erschien allerdings bei keiner einzigen Probe, daher sind Die Ärzte bis heute eine Drei-Mann-Band. Als Bassist und Gitarrist der Band Vroammm! nahm Müller 1981 am Berliner Festival Genialer Dilletanten teil. 1982 gründete er die Band Camping Sex, mit der 1984 die LP "1914!" entsteht. Nach einem Band-internen Streit zerbricht die Band 1986 und Müller gründete mit dem verbliebenen Schlagzeuger Florian Koerner von Gusdorf die bis heute aktive Band Mutter. Neben seinem Engagement als Sänger bei Mutter arbeitet Max Müller auch als Solist, hier steht die Arbeit mit dem Computer im Vordergrund. 1989 debütierte er mit der Single "Wir steh'n hier jeden Tag / Sie ist aus Holland". 1995 stellte er seine Solo-CD "Max Müller" vor, 1999 gefolgt von "Endlich tot" und der LP "Filmmusik" (2004). Müller schrieb Musik zu den Filmen von Jörg Buttgereit und zu Theateraufführungen des Bochumer Schauspielhauses.
Wolfgang Müller
Geboren 1957 in Wolfsburg. Studium an der Hochschule der Bildenden Künste Berlin von 1980 - 1985. Gründung der legendären Gruppe "Die Tödliche Doris" 1980. Herausgeber des Buches "Geniale Dilletanten", Berlin 1982. Seit 1990 Aufenthalte auf Island. Gründung des ersten privaten Goethe-Institus in Reykjavik, welches im Jahre 2001 in "Walther von Goethe-Foundation" umbenannt wurde, nachdem das Goethe-Institut rechtliche Schritte angedroht hat. Wichtigste Publikationen: BLUE TIT - Das deutsch-isländische Blaumeisenbuch, Berlin 1998; Die Tödliche Doris - Kino, Berlin 2003; Neue Nordwelt, Berlin 2005, Neues von der Elfenfront, Frankfurt 2007. Karl-Szuka-Hörspielpreis für "Séance Vocibis Avium" (2009)
Valeri Scherstjanoi
geboren 1950 in der Sowjetunion, Studium der Germanistik und Literaturwissenschaft an der Universität Krasnodar. 1979 Übersiedlung in die DDR, lebt seit 1981 in Berlin als freier Lautdichter, Hörspielautor und Schriftkünstler. Zahlreiche Auftritte bei internationalen Festivals der Lautpoesie im In-und Ausland und aktuell Schauspieler, Sprecher und Lautpoet im Kinderopernprojekt Oliver Twist der Hamburgischen Staatsoper. Hans-Erich-Nossak-Förderpreis 2003 und Sylt Quelle 2005. Veröffentlichungen zuletzt: Tango mit Kühen. Anthologie der russischen Lautpoesie zu Beginn des 20.Jahrhunderts, Wien 1998; Heimkehrreime, BR2 2004; Berlin, ein Lautgedicht, WDR Studio Akustische Kunst 2005
Ulrich Woelk
Astophysiker und Autor. Studium in Tübingen, welches er 1987 mit einer Diploarbeit über ein Thema aus dem Gebiet der Chaostheorie abschlosss. 1991 promovierte er an der Technischen Universität in Berlin. Bis 1994 war er am Institut für Astronomie und Astrophysik dieser Universität als Astrophysiker mit dem Spezialgebiet Doppelsterne tätig. Seit 1995 lebt Woelk als freier Schriftsteller in Berlin. 1990: Aspekte-Literaturpreis; 1992: Stipendium des Deutschen Literaturfonds; 1999: Stipendium der Stiftung Preußische Seehandlung. Werke (Auswahl): Freigang, Frankfurt am Main 1990; Literatur und Physik, Stuttgart 1994; Die letzte Vorstellung, Hamburg 2002; Die Einsamkeit des Astronomen, Hamburg 2005; Schrödingers Schlafzimmer, München 2006. Fachliteratur: Zyklotronstrahlung in teilchengeheizten Atmosphären magnetischer Weißer Zwerge, Berlin 1991.